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D-Lactat erhöht Blutglukose und ist bei Adipositas erhöht

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Hauptpunkte

  • D-Lactat ist das Enantiomer von L-Lactat und wird überwiegend mikrobiell gebildet.
  • Menschen mit Adipositas zeigen erhöhte Plasmaspiegel von D-Lactat, nicht jedoch von L-Lactat.
  • Exogene D-Lactat-Gabe erhöht in Mäusen Blutglukose und Triglyceride.
  • L-Lactat zeigt diese Effekte nicht.
  • Der Effekt übersteigt den Beitrag der Glukoneogenese aus Lactat deutlich.
  • Die D-Lactat-Produktion ist stark stammspezifisch (z. B. Lactobacillus intestinalis hoch, Lactobacillus reuteri niedrig).

Artikel

Abstract
D-Lactat ist ein bakteriell produzierter Metabolit, der im Plasma von Menschen mit Adipositas erhöht ist, während L-Lactat unverändert bleibt. In Mausmodellen erhöht D-Lactat (nicht L-Lactat) Blutglukose und Triglyceride. Die Höhe der D-Lactat-Produktion ist stammspezifisch innerhalb des Mikrobioms. Dies spricht für eine potenziell kausale Rolle mikrobiellen D-Lactats in metabolischer Dysregulation.

Mechanismus
  • Bestimmte bakterielle Stämme exprimieren D-Lactat-Dehydrogenase und produzieren D-Lactat aus Pyruvat.
  • D-Lactat wirkt nicht primär als Energiesubstrat, sondern als metabolisches Signal.
  • Vermutete Zielprozesse sind hepatische Glukoseproduktion, Insulinsensitivität und Lipidstoffwechsel.
  • Der molekulare Signalweg ist nicht identifiziert.
Evidenzklasse
  • observational: Assoziation zwischen erhöhtem D-Lactat und Adipositas beim Menschen.
  • interventional: Kausale Effekte nach D-Lactat-Gabe im Mausmodell.
  • mechanistic: stammspezifische Unterschiede in der D-Lactat-Produktion.
  • Meinung: Interpretation als metabolisches Signal.
Offene Fragen / Unsicherheiten
  • Der molekulare Wirkmechanismus von D-Lactat ist nicht geklärt.
  • Die Übertragbarkeit der Mausdaten auf den Menschen ist unklar.
  • Der quantitative Beitrag von D-Lactat im Vergleich zu anderen mikrobiellen Metaboliten ist nicht bestimmt.
  • Ob D-Lactat primärer Treiber oder Verstärker metabolischer Dysregulation ist, bleibt offen.
Hinweis Für gesunde, normalgewichtige Personen ist D-Lactat in der Regel quantitativ niedrig und ohne erkennbare metabolische Bedeutung. Effekte treten primär in pathophysiologischen Kontexten auf. Mechanistische Überlegungen und Takeaways für gesunde normalgewichtige Personen
  • Substratlimitierung: Reduktion schnell fermentierbarer Kohlenhydrate senkt den pyruvatbasierten Lactatfluss in D-Lactat-produzierenden Stämmen.
  • Flux-Umleitung: Förderung von Lactat-verwertenden Bakterien (Butyrat- und Propionatbildner) reduziert Lactatakkumulation durch Cross-Feeding.
  • Stammdisplacement: Erhöhung nicht-D-Lactat-produzierender Stämme (z. B. L. reuteri) verdrängt Hochproduzenten.
  • Transitbeschleunigung: Verkürzte luminale Verweilzeit begrenzt mikrobielle Lactatakkumulation.
  • Redox-Verschiebung: Niedrigere bakterielle NADH/NAD+-Ratio reduziert die Reduktion von Pyruvat zu D-Lactat.